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Mode und Selbstbestimmung

Mode und Selbstbestimmung

Wer sucht die Kleidung aus, die erwachsene Menschen mit Down-Syndrom tragen? Mütter? Betreuer? Jede und jeder selbst? Dazu forscht Lea Tritschler. Gemeinsam mit uns.

Natalie Dedreux, Anne Leichtfuß und Katja de Bragança haben einen Fachtag besucht.
Einen Fachtag zum Thema Behinderung und Mode an der Technischen Universität Dortmund.
Die Veranstaltung heißt Fashion (Dis)Ability.

Es werden Vorträge gehalten.
Zum Beispiel zu der Frage, welche Kleidung Menschen mit Behinderung in der Geschichte getragen haben.
Oder darüber, wie blinde Menschen Mode wahrnehmen und auswählen.

Anne Leichtfuß und Natalie Dedreux stellen das Forschungsprojekt TOUCHDOWN 21 vor.
Sie erklären am Beispiel des Themas Mode:
Wie arbeitet man partizipativ?
Also: Wie arbeiten bei TOUCHDOWN 21 Menschen mit und ohne Down-Syndrom zusammen?

Bei der Vorbereitung auf den Fach-Tag sind Texte zum Thema Mode entstanden.
Hier kann man sie lesen.

Lea Tritschler hat auch einen Vortrag gehalten.
Ihr Thema war:  Was wir schön finden - Studien zum Markenbewusstsein von Menschen mit geistiger Behinderung.
Sie hat untersucht:
Welche Mode-Marken kennen Menschen mit Lern-Schwierigkeiten?
Welche Mode finnden sie schön?
Und: Wer kauft Kleiung für sie ein?

Natalie Dedreux findet:

Der Vortrag war sehr spannend.
Mode - das interessiert mich ja sehr.

Darum haben wir die Gelegenheit ergriffen und Lea Tritschler zu uns in die Redaktion eingeladen.
Wir wollen wissen: 
Gelten die Ergebnisse ihrer Arbeit auch für erwachsene Menschen mit Down-Syndrom?
Das wollen wir zusammen herausfinden.

Lea Tritschler antwortet darauf in einer E-Mail:

Kommt Lea Tritschler?
Sie schreibt in einer E-Mail:

Ich freue mich sehr, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, die Menschen
hinter TOUCHDOWN 21 kennenlernen zu dürfen.
Ich war fasziniert von der
guten Organisation und den klaren Strukturen, die während der Arbeit
herrschen.
Beinahe 3 Stunden wurde am Abend noch intensiv und hochkonzentriert zum Thema Mütter gearbeitet und ich bekam einen Eindruck davon, wie Projekte angegangen werden.
Und zwar mit sehr viel Leidenschaft und Engagement.
Das gefiel mir so gut, dass ich mir sicher war, dass ein gemeinsames
Projekt nur eine tolle Sache werden kann!

Ich komme von der Technischen Universität Dortmund und bin angehende
Textil-Lehrerin und möchte deshalb in den nächsten Wochen gerne mit allen
Beteiligten in einem Forschungs-Projekt die Themen Kleidung und Mode
erarbeiten.
Dazu wollen wir erst einmal herausfinden, was man genau unter
den Begriffen versteht und was sie für jede Einzelne und jeden Einzelnen
bedeuten.
Fühlt man sich anders, wenn man ausgefallene Kleidungsstücke
trägt?
Oder ausgefallene Farben?
Wir wollen zusammen herausfinden, welche Bedeutung Kleidung und Mode hat, was sie mit einem macht, aber auch mit den Menschen um uns herum.
Außerdem wollen wir klären, wer entscheidet, was man anzieht und ob das Alter für diese Entscheidung eine Rolle spielt.
Insbesondere die letzten Fragen sind sehr wichtig, weil die Kleidung, die
wir tragen anderen zeigt wer wir sind.
Aber wer sind wir, wenn wir nicht selbst aussuchen was wir anziehen wollen?
Mit diesem Forschungs-Projekt sollen Menschen mit Down-Syndrom dazu ermutigt werden, ein Bewusstsein für ihr Kleidungs-Verhalten und ihren eigenen Geschmack zu entwickeln und ihr Recht auf Selbstbestimmung auch in der Kleiderwahl geltend zu machen.
Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Anne Leichtfuß und Nathalie Dedreux bedanken, die mich in die Redaktion eingeladen haben.
Ich freue mich sehr auf unsere spannende Kooperation!

Um mehr zum Thema Mode herauszufinden, führt Lea Tritschler Gespräche.
Ein Gespräch mit der ganzen Gruppe.
Und ein Einzel-Gespräch mit Mode-Fachmann Paul Spitzeck.
Und sie beobachtet die Arbeit in unserem Team.

Lea Tritschler nimmt alle Gespräche auf.
So kann sie später damit arbeiten und die Ergebnisse aufschreiben.

Ein Selfie von 2 Personen nebeneiander, eine Frau und ein Mann. Beide lächeln in die Kamera.


 

 

Was hat Lea Tritschler durch die Gespräche heraus-gefunden?

  • Bisher hat noch fast niemand zu dem Thema gearbeitet. 
    Dabei ist es ein wichtiges Thema.
  • Alle in der Redaktion wissen, was das Wort Selbst-Bestimmung heißt.
    Aber nicht alle entscheiden in allen Bereichen ihres Lebens selbst.
    Das hat verschiedene Gründe.
    Zum Beispiel Bequemlichkeit.
    Oder die Vormundschaft von Familien-Angehörigen.
  • Manche Redaktions-Mitglieder entscheiden in vielen Bereichen ihres Lebens selbst.
    Andere nur in wenigen.
  • Alle Redaktions-Mitglieder finden: Kleidung ist ein wichtiges Thema.
  • Alle Redaktions-Mitglieder wissen: Meine Kleidung hat eine Wirkung auf andere Menschen.
  • Alle Redaktions-Mitglieder haben einen eigenen Geschmack bei Kleidung.
    Sie wissen:
    Was gefällt mir?
    Und: Was gefällt nur nicht?
    Was das ist, ist sehr unterschiedlich.

Wie suchen die Redaktions-Mitglieder ihre Kleidung aus?

  • Sie entscheiden es spontan.
    Das heißt: Sie suchen sofort und ohne Plan aus, was sie anziehen wollen.
  • Allen ist wichtig: Ich will mich in meiner Kleidung gut fühlen.
  • Manchmal machen sich die Mitglieder der Redaktion schick.
    Zum Beispiel fürs Theater.

Aber nicht nur über Mode und Selbst-Bestimmung hat Lea Tritschler etwas heraus-gefunden.
Auch über das Arbeiten bei TOUCHDOWN 21 und Ohrenkuss:

  • Alle in der Redaktion gehen respekt-voll miteinander um.
  • Die Autoren und Autorinnen machen ihre Arbeit mit Leidenschaft.
    Die Arbeit ist ihnen wichtig.
  • Bei unserer Arbeit ist wichtig:
    Alle wissen immer, was passiert.
    Es wird immer erklärt:
    Was ist der nächste Schritt? 
    Wie geht es weiter?
  • Das Team arbeitet mit Assistenz.
  • Eine eigene Meinung zu haben ist wchtig.
    Nur wer eine eigene Meinung hat, kann in der Redaktion mitarbeiten.

Was ist das Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit?

Wir wollen zusammen weiter-arbeiten.
Alle in der Redaktion interessieren sich für das Thema Mode und Kleidung.
Aber manche Redaktions-Mitglieder wissen nur wenig darüber.
Darum wollen wir an dem Thema arbeiten.
Es soll Workshops geben.
So können alle genauer heraus-finden:
Was steht mir gut?
Was steht mir nicht gut?
Worauf muss ich achten, wenn ich Kleidung aussuche?
So können alle noch selbst-bestimmter werden beim Thema Mode.

 

 

Was uns freut: Für ihre Arbeit hat Lea Tritscher die Best-Note bekommen.
Herzlichen Glückwunsch!

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