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Etwa 30 Personen mit und ohne Down-Syndrom stehen vor einer Jurte.
12.08.2017

Fachtag SEELE 2 in Bremen

Was kann ich tun, wenn es meiner Seele nicht gut geht? Zu diesem Thema arbeiten 16 erwachsene Personen mit Down-Syndrom zwei Tage lang in der KulturAmbulanz in Bremen.

Viele Menschen wissen nicht:
Was kann ich machen, wenn es meiner Seele nicht gut geht?
Wenn ich zum Beispiel oft traurig bin.
Wenn es mir nicht gut geht.
Oder wenn ich große Ängste habe.

Das geht Menschen mit und ohne Down-Syndrom so.
Aber es gibt einen großen Unterschied:
Menschen ohne Down-Syndrom können dann zu einem Fach-Mann oder einer Fach-Frau gehen.
Sie können sich beraten lassen.
Dann können sie entscheiden: Brauche ich eine Behandlung oder nicht?

Diese Beratung und diese Behandlungen gibt es für Menschen mit Down-Syndrom nur sehr selten.
Früher dachte man:
Menschen mit Down-Syndrom brauchen diese Behandlung nicht.
Wenn es ihnen nicht gut geht, liegt das am Down-Syndrom.

Heute weiß man: Das stimmt nicht.
Das Down-Syndrom ist nicht das Problem.
Eine Person mit Down-Syndrom kann Ängste haben.
Oder eine Depression.
Dann braucht die Person Unterstützung von einem Fach-Mann oder einer Fach-Frau.
Aber es gibt viel zu wenig Fach-Leute, die sich mit der Seele auskennen und mit dem Down-Syndrom.
Wir hoffen: Das ändert sich in Zukunft.
Darum gibt es diesen Fach-Tag.

Was passiert in den 2 Tagen in der KulturAmbulanz in Bremen?

  • Fach-Leute halten Vorträge.
    Es gibt Vorträge zu 3 Themen:
    1. Wie hängen Körper und Seele zusammen?
    2. Was kann ich machen, wenn es meiner Seele nicht gut geht?
    3. Wie hat sich John Langdon-Down vor 150 Jahren um die Seele seiner Patienten und Patientinnen gekümmert?
     
  • Erwachsene Menschen mit Down-Syndrom sprechen über das Thema Seele.
    Sie können Fach-Leuten Fragen stellen.
    Und sie können sich austauschen.
     
  • Erwachsene Menschen mit Down-Syndrom schreiben und diktieren Texte.
    Sie schreiben darüber:
    Welche Unterstützung brauche ich, damit es meiner Seele gut geht?
    Was müssen die Fach-Leute dabei beachten?
     
  • Erwachsene Menschen mit Down-Syndrom bekommen in Workshops Informationen.
    Sie lernen in kleinen Gruppen:
    Was ist das Arzt-Geheimnis?
    Was kann ich tun, wenn ich Ängste habe?
    Wie kann ich mit Depression und Traurigkeit umgehen?
    Was mache ich, wenn ich Stress habe?

Was ihrer Seele gut tut, wissen Menschen mit Down-Syndrom oft sehr genau.
Ansgar Peters verrät:

Was meiner Seele gut tut ist Techno-Musik.

 

Zusätzlich zu den vielen Informationen gibt es noch ein Atelier.
Zusammen mit dem Künstler Peter Kurenbach können alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen künstlerisch arbeiten.
Sie wickeln schwere Gedanken ein und verpacken sie in einem Kunstwerk.

Alle finden: Das Thema Seele ist wichtig.
Es gibt viel Gesprächs-Bedarf zu diesem Thema.
Menschen mit Down-Syndrom haben etwas zu sagen zu diesem Thema.

Ferdinand Hahnen findet:

Ich finde das ganz interessant, wie die Seele funktioniert.

Julian Kruse hat ein Fazit zum ersten Tag zum Thema Seele.
Er findet:

Wenn man beim Ohrenkuss einen Workshop macht, dann geht das Abenteuer los. 

Wir haben gemerkt: Es gibt noch viel zu tun bei diesem Thema.
Wir arbeiten weiter daran.
Wir sprechen mit Fach-Leuten mit und ohne Down-Syndrom.
Und wir bleiben abenteuer-lustig.

Hier kann man die Texte lesen, die beim Fachtag SEELE entstanden sind.
Und man kann einen Film sehen.

 

Die Fotos an diesem Fach-Tag hat Britt Schilling gemacht.
Der Fachtag wurde gefördert von der Aktion Mensch.
Danke dafür! 
 

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