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Ohrenkuss-Autorin Verena Günnel hat das Down-Syndrom

Was ist eigentlich das Down-Syndrom?

„Ich bin auch behindert mit japanisch-chinesischen Augen.
Beim Nachtessen esse ich gerne mit Stäbchen, weil ich ein Chinese bin.“

Sie sind einfach überall – denn jeder 600. Mensch hat das Down-Syndrom. 
Es gibt in Deutschland 50.000 Personen mit drei 21. Chromosomen: So viele, wie es Zahnärzte gibt!

Wie, Sie wissen nicht, was „Down-Syndrom“ bedeutet?
Sie kennen niemanden persönlich, der das Down-Syndrom hat? 

Nach diesem Text können Sie zumindest mitreden.
In diesem Beitrag werden viele Fragen gestellt. Fragen zu dem Down-Syndrom.
Diese Fragen werden von Fachleuten beantwortet.
Also von erwachsenen Menschen, die das Down-Syndrom haben.
Alle Antworten stammen aus der Ohrenkuss-Redaktion. 

Svenja Giesler ist eine junge Frau mit Down-Syndrom.  
Sie beschreibt ihre Situation in knappen und deutlichen Worten:

„Ich habe Down-Syndrom.
Aber ich stehe dazu und ich bin kein Alien, denn ich bin so wie ich bin und jeder soll es verstehen und mich respektieren.“ 

Peter Rüttimann, ein Mann mit Down-Syndrom meint:

„Ich bin auch behindert mit japanisch-chinesischen Augen.
Beim Nachtessen esse ich gerne mit Stäbchen, weil ich ein Chinese bin.“ 

Wir sind gerade dabei eine Methode auszutüfteln, wie die Texte des Ohrenkuss Teams beim "Berlin Alexanderplatz" Projekt am besten dargestellt werden können. Große Häuser aus Pappe! Coole Figuren! Noch coolere Schauspieler… wer die Aufführung verpasst (Sa und So ab 18:00h) verpasst wirklich was. http://prenzlauerberg-nachrichten.de/kultur/kulturtipps/_/kulturtipps-der-woche-22-17538.html

 

Ein Mensch mit Down-Syndrom ist also immer erkennbar – so glaubt man (wenn man zu denen gehört, die kein Down-Syndrom haben).  
Das stimmt nicht.
Nicht der Mensch wird erkannt – sondern die Tatsache, dass die betreffende Person das Down-Syndrom hat.

Wieso heißt das Down-Syndrom eigentlich Down-Syndrom? 
Dazu schreibt Hermine Fraas:

„Das Leiden kommt immer nur von außen.
Das ist schade. 
Ich kann einiges über meine geistige Behinderung Erscheinungsform schreiben.
Ich habe ein Chromosom zuviel, das 21.
Der Mann der uns beschrieben hat heißt Langdon-Down.
Der hat in England gelebt.
Und ich sehe so wie ein Chinese aus.“

Woran merkst du, dass du das Down-Syndrom hast?

„Des hab i ned.“ (Lydia Bleibinger)
„Weil ich bei Ohrenkuss mitmachen kann.“ (Michael Häger)
„Ich kann kein Fahrrad fahren.“ (Juliane Büge)
„Daran, dass ich etwas mehr Unterstützung als andere brauche.“ (Anna-Maria Schomburg)
„Ja - ich bin ein Chinese.“ (Peter Keller)
„Ich kann keine Reise organisieren. / Ich kann nicht selbstständig kochen. / Schwierigkeiten in Sachen Geld. / Ich kann nicht alleine leben.“ (Annja Nitsche)
„Ich merke das nicht mehr.“ (Angela Fritzen)
„Bei mir wurde ein Chromosomen-Test gemacht.“ (Carina Kühne)
„Das Glotzen der anderen Menschen. Den Führerschein nicht machen zu können.“ (Andrea Wicke)

Woran erkennt man einen Menschen mit Down-Syndrom?

„Am Aussehen.“ (Hermine Fraas)
 „Am Gesicht, an der Bewegung.“ (Julia Bertmann)
„Die sehen anderes aus. Das ist schwer.“ (Julian Göpel)
„Man erkennt es an den Augen die geometrisch fast gleich stehen, an den Händen 'Vierfingerfurche' mit einer Linie durchzogenen Handfläche hat und die Körpergröße Durchschnittlich meistens klein ist.“ (Julia Keller)
„Ich habe aber schon als Kind mit den kleinen Jungs gespielt und da war ich auch sehr glücklich darüber. Da habe ich mein Down-Syndrom auch früher verschwiegen und sie nahmen mich so wie ich bin und da war ich auch sehr glücklich drüber.“ (Hermine Fraas)

Stört es dich, dass du das Down-Syndrom hast?

„Nein eigentlich nicht, ich bleibe so ich es bin und so werde glücklich sein.“ (Judith Klier)
„Ja, weil ich nicht richtig reden und schreiben kann.“ (Michael Kohl)
„Schon – manchmal. Wenn jemand mich beschuldigt, dass ich behindert bin.“ (Annja Nitsche)
„Mich stört es wenn andere Leute mich angucken und denken mit der kann ich mich doch nicht sehen lassen die nicht normal ist. Diese Ungewissheit und die Blicke wie die mich angucken stört mich ganz gewaltig.“ (Julia Keller)
„Nein, ich kann trotzdem vieles lernen.“ (Carina Kühne)
„Es stört mich sehr. Viele Menschen lachen mich aus.“ (Angela Fritzen)
„Nein, ich kenne es nicht anders.“ (Claudia Feig)
„Ich will den Führerschein machen. Ich weiß ich kann es nicht, weil ich das Down-Syndrom habe.“ (Andrea Wicke)
„Ja, stört mich, ich möchte auch gerne Fahrrad fahren können. Ich möchte rechnen können.“ (Juliane Büge)
„Ja, weil ich wäre gerne normal. Weil mit Down-Syndrom man einfach viel nicht versteht.“ (Christian Janke)

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